Stege

Die Stege sollten natürlich aussehen und auch so gearbeitet sein. Die Auswahl von Hölzern und deren Vorbereitung, d.h. deren Schutz waren von großer Bedeutung, sollten die Stege doch Jahre halten. Verwendet wurden Kanthölzer aus Kiefer, Bretter für die Stege aus Bangkirai und Douglasie. Die Pfosten für den Sprungsteg sind Robinienstämme.

Die Kanthölzer und die Bretter wurden nach dem Zuschnitt allseitig doppelt mit Leinöl gestrichen. Leinöl hat die positive Eigenschaft, dass es verharzt und so ein sehr guter Schutz aufgebaut wird. Alle 2 Jahre erhalten die Bretter einen wiederholten leichten Anstrich mit Leinöl. Die Stegpfosten aus Robinie wurden nie schutzbehandelt. Der Förster, bei dem ich sie kaufte, hatte Recht: Robinie ist beinahe unverwüstlich.

Es stand zur Aufgabe einen Steg zu bauen. Dieser Steg sollte über das Wasser in den Teich ragen. Das Problem entstand durch eine Stütze im Wasser. Dort befand sind unten Folie, die nicht zerstört werden durfte. Auf folgende Weise wurde das Problem gelöst:
Auf den Folienboden – Dicke der Folie 1,5mm – wurden an der Stelle, an der die Mörtelkübel platziert werden sollten, zwei Lagen Folien zusätzlich lose gelegt. Darauf wurden die Mörtelkübel gestellt und mit Beton gefüllt, so hatten sie das nötige Gewicht. Ein Wegrutschen ist nicht mehr möglich. Im Beton wurden im Abstand der künftigen Stützen für den Steg die Pfostenträger (Breite 90mm) eingelassen.
Nach 2 Tagen Wartezeit waren die Pfostenträger zur Weiterarbeit fest genug im Beton verankert. – Als Stützen wurden Stämme aus Robinienholz verwendet. Die Stämme haben einen Durchmesser von 11 bis 12 Zentimetern, so dass sie nur wenig bearbeitet werden mussten. An den Pfostenträgern wurden sie mit Schlossschrauben aus Edelstahl befestigt. Die Aufleger für die Stegbretter wurden an Land mit zuvor einbetonierten Pfostenträgern geschraubt. Die Verbindung zwischen Aufleger und Robinienstützen erfolgten wieder mit Schlossschrauben.
Anmerkung: Robinie ist ein wetterfestes Hartholz. Das Holz wurde vor und nach dem Bau in keiner Weise mit Schutzmitteln behandelt. Selbst an der Wasserlinie, wo Luft und Wasser zusammentreffen sind auch 10 Jahre nach der Errichtung keinerlei Fäulniserscheinungen sichtbar!
Für den Einstieg wurden zwei starke Leisten aus Bangkirai zwischen den Robinienstützen angeschraubt. An diesen Kanthölzern wurde die 4-stufige Leiter aus V2A-Stahl angeschraubt.
Zum Schluss wurde der Steg mit Brettern aus Bangkirai lauffähig gemacht. Ringsherum wurde eine Blende angebracht. Komplettiert wurde alles mit den auf den Stegbrettern aufgeschraubten Einstiegshaltern am Einstieg.
Anmerkung: Die Verwendung von Bangkirai an Stellen für die Benutzung mit bloßen Füßen ist nicht empfehlenswert. Bangkirai – zumindest meine Erfahrung – löst ganz kleine Splitter ab, was an den Füßen „nicht toll”.
Dem ersten Steg gegenüber sollte ein weiterer entstehen. Dieser Steg sollte nicht zum Hineinspringen ins Wasser dienen, dieser Steg sollte eine kleine Plattform am Ende haben. Das Bauprinzip ähnelte also dem bereits bekannten. – Zunächst wurde eine rechteckige Mörtelwanne aufgestellt mit 3-fach unterlegter Folie. Beton und Pfostenträger wie beim ersten Steg, einbetonierte Pfostenträger an Land. Anschließend wurde das umliegende Gebiet im späteren Pflanzenbereich mit Kies aufgefüllt. Der Kies bietet Schutz für die Folie vor UV-Strahlung und bietet Halt für Wurzeln.
Am Ende des Steges wurden in der Breite so lange Bretter verlegt, wie sie für das Aufstellen eines kleinen Tisches und zweier Stühle benötigt wurden. Ein gleiches Vorgehen bot sich an für die Länge, also das Maß von der Stegspitze in Richtung Ufer.
Die Bretter der kleinen Plattform hängen über die Aufleger hinaus, im „Laufteil6#8221; schließen sie in der Breite mit den Auflegern ab. Die Erreichung einer Stabilität wurde durch die allseitig umlaufende Verkleidung wie bei Springsteg erreicht. Insgesamt darf die Breite nicht zu groß werden. Die Breite meiner Plattform beträgt etwa ,20 Meter, was einen Überhang je Seite von etwa 60 Zentimetern bedeutet. Und da ich auch nicht übergewichtig bin…
Auf dem Foto ist sehr gut zu erkennen der Luf- und der Plattform-Teil des Steges. Trotz Schnees ist die Plattform nicht ohne Besucher. Der Windsack-Schwan wacht über die Eisfläche.